“Wir SIND Natur. Wir kommen aus den Wäldern”
Während meine Schuelgspähnli sich in der Freizeit für Fussball trafen, war ich lieber im Wald unterwegs. Zum einen zwangsläufig, da ich in einem Haus aufgewachsen bin, welches im Winter noch mit Holzfeuer erwärmt wurde. So hiess es im Frühling und Sommer ab in den Wald und Holz für den Winter verarbeiten und einlagern.
Aber auch sonst fand ich im Wald meinen Spielplatz. Es gab immer etwas zu entdecken, Stauseeli im Bach zu bauen und natürlich haben wir auch noch Cowboy und Indianerlis gespielt.
Leider kam dann die Zeit, in der man ins sogenannte Erwachsenenleben wechseln sollte. Dazu gehörten dann alle Phasen, die man in dem Alter wohl so durchmacht. Und so verlor ich den Bezug zum Wald leider.
Eine Zeit lang war ich viel in den Bergen am Klettern und Bergsteigen. Die Natur war zwar immer in meinem Leben. Aber nie so richtig bewusst, wie sich später zeigte.
2018 zog ich in den Kanton Uri, wo meine Frau Daniela aufgewachsen ist und lebt. Da ihre Eltern eine Berghütte im Isenthal haben, verbringen wir noch heute viel Zeit da. Da kam auch der Moment, in der es mich in den Wald zog. Nicht am Tag. In der Nacht. Ich musste einfach draussen schlafen. Zuerst folgte ich diesem Ruf zögerlich. Zuerst einmal die Matratze aus der Berghütte vor die Hütte rausziehen und da schlafen. Es war herrlich. Seit Jahren nie mehr so gut geschlafen.
Na dann….Isomatte und Schlafsack kaufen. Und als nächster Schritt einmal im Wald gleich neben der Berghütte schlafen. Wer weiss, vielleicht gibt es ja doch menschenzerfleischende Wolfsrudel, Monster oder sonstige Kettensägenkiller? Wie du siehst, habe ich überlebt. Und nicht nur das. Es ist so spannend und entspannend, die Nächte in Wäldern zu verbringen.
Ich hielt mich ja für naturverbunden. Doch ich merkte, eigentlich habe ich keine Ahnung. Was ist das für ein Baum? Welcher Vogel hat da grad gesungen? Gibt es doch Monster im Wald oder was bellt da so aus dem Dunkeln? Könnte ich die Pflanze da essen, wenn ich müsste? Fragen über Fragen.
Das muss man doch irgendwie lernen können. Und so entdeckte ich die Ausbildung zum Natur- und Wildnistrainer bei Fuxla und Wildnessen. Zack gebucht. Ein ganzes Jahr lang durfte ich immer wieder verschiedene Ausbildungsmodule besuchen, die mich immer mehr mit der Natur, aber vor allem auch mir selber verbunden haben. Denn, oh Wunder, wir SIND Natur. Wir kommen aus den Wäldern. In der langen Geschichte des Homo sapiens sind wir erst seit einem Augenblick keine Jäger und Sammler mehr.
Je mehr ich über die Natur lernen darf, umso mehr erkenne ich, dass ich noch so wenig weiss. Und das freut mich, denn so habe ich als Lernjunkie eine lebenslange Aufgabe vor mir, denn da gibt es noch so viel zu entdecken.
Meine Vision und mein Wunsch ist es, möglichst viele Menschen auf ihrem Weg zurück zur Natur und zu sich selbst begleiten zu dürfen. Denn da draussen ist all das, was uns gut tut. Nicht auf dem Handy- oder Computerbildschirm.
Bist du ready für deinen WildWeg? Ich freue mich von Herzen auf dich.
Chris
Chris Marogg - Dipl. Natur- und Wildnistrainer